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Diese Seiten sind vor allem der Vorstellung
der von mir 1957 gegründeten und bis heute geleiteten Theatergruppe "Kleines Studio Neuenrade" gewidmet-und das aus ganz persönlicher Sicht. Sowohl auf der Seite "Aktuelles" als auch auf der Hauptseite und bei den Fotos wird es immer wieder Ergänzungen geben-in Wort und Bild. Ich hoffe, dass viele unserer Zuschauer hier eine Quelle der Erinnerung finden.

Alle von unserer Gruppe aufgeführten Stücke: ( in chronologischer Reihenfolge)
(einige ausgewählte Fotos unter "Fotos")
"Der flötende Hirte", Märchenspiel mit Musik von E. Steinbach 1957
"Das Gespenst von Canterville" , nach Oscar Wilde 1958
"Die goldene Maske" , Kriminalspiel von Potratz 1959
"Schreie in der Nacht" , pantomimisch illustrierter Roman von Heinemann 1960
"Der Tor und der Tod" von H.v.Hofmannsthal 1960
"Wenn der Hahn kräht", Bauernkomödie von A. Hinrichs 1961
"Bunbury" oder "Wie wichtig es ist, Ernst zu sein", Oscar Wilde/J.Anouilh 1961
"Pünktchen und Anton" von Erich Kästner 1962
"Robinson soll nicht sterben" von Forster 1962
"Der Tor und der Tod" (Hofmannsthal), Neuufnahme/neue Besetzung 1962
"Flaschenpost" oder "Siebzehn und zwei" von A. Hinrichs 1963
"Liebelei" von Arthur Schnitzler 1963
"Der eingebildete Kranke" von Moliere 1964
"Die Heirat" von N. Gogol 1965
"Der Hund im Hirn" / "Der Spatz vom Dache" / "Das Märchen" , Einakter von
Curt Goetz 1966
"Das Spinnennetz" von A. Christie 1967
"Das Hörrohr" von K.Bunje / "Die kleinen Verwandten" von L.Thoma / "Minna
Magdalena" von C.Goetz , Einakter 1967
"Minna von Barnhelm" von G.E. Lessing 1968
"Der doppelte Moritz" von Impekoven/Mathern 1970
"Die fremde Stadt" , Schauspiel von J.B. Priestley 1971
"Die deutschen Kleinstädter" von A.v.Kotzebue 1973
"Dr.med. Hiob Prätorius" von Curt Goetz 1974
"Das Haus in Montevideo" von Curt Goetz 1974 u. 1975
"Das Verlegenheitskind" von F. Streicher 1975
"Ein unglücklicher Zufall" von Saunders / "Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch 1976
"Geld wie Heu" von Evans/Valentine 1977
"Flaschenpost" (Neuaufnahme) 1979
"Der Lampenschirm" ,kein Stück von Curt Goetz 1980
"Halb auf dem Baum" von Peter Ustinov 1981
"Mirandolina" von C. Goldoni 1983
"Wenn der Hahn kräht" (Neuaufnahme) 1984
"Der verkaufte Großvater" von F. Streicher 1985
"Der Heiratsantrag" von Anton Tschechow / "Die Kleinbürgerhochzeit" von Bert Brecht 1986
"Immer Ärger mit den Alten" von M. Brett 1987
"Pfeffer und Salz" von Karl Bunje 1988
"Rendezvous im Bauernkasten" von H. Lellis 1989
"Die vertagte Hochzeitsnacht" von Arnold/Bach 1990
"Die Kommode" von C.Goetz / "Der Hund im Hirn" von C.Goetz / "Der fliegende Geheimrat" von C.Goetz 1991
"Kein Auskommen mit dem Einkommen" von F. Wempner 1992
"Die kleinen Verwandten" (Thoma) und "Ritter Unkenstein" von Karl Valentin 1993
"Sein Doppelgänger" von M. Hennequin und G. Duval 1994
"Der Krämerskorb" von Hans Sachs und "Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch (Neuaufnahme) 1995
"Spektakel in Kleihörn" von Karl Bunje 1997
"Konfusionen" von Alan Ayckbourn 1998
"Der zerbrochne Krug" von Heinrich von Kleist 2000
"Der Puzuk" oder "Erschwerte Möglichkeit der Konzentration" von Vaclav Havel 2001
"Der doppelte Moritz" (Neuaufnahme) 2003
"Vorspiel" / "Minna Magdalena" / "Nachspiel" von Curt Goetz 2004
"Immer Ärger mit den Alten" (Neuaufnahme) 2006
"Mein Freund Harvey" von Mary Chase 2007
"Sein Doppelgänger" (Neuaufnahme) 2009
"Die vertagte Hochzeitsnacht" (Neuaufnahme) 2010
"Lustige" Aufführungs-Pannen: (bisher:1,2,3,4,5,6,7
Für uns Spieler ist es immer wieder erstaunlich, von
Zuschauern zu erfahren, dass sie bei einer Aufführung nichts
davon bemerkt haben wollen, wenn uns während der laufen-
den Vorstellung etwas schief gegangen ist.
Es geht nämlich ziemlich oft etwas "schief"!
Allerdings sind es meistens nur Kleinigkeiten, die aber für die
unmittelbar Beteiligten aufregend genug sind.
Hier will ich ein paar solcher "Theater-Dönekes" erzählen,
in unregelmäßigen Abständen und chronologisch nicht geordnet
1.) Als dem Tod die Stimme versagte...
In dem anspruchsvollen und klassischen Stück "Der Tor und der Tod"
von Hugo von Hofmannsthal
trug der Darsteller des "Tod" - verborgen unter seinem schwarzen
Gewand - ein Mikrofon, das um seinen Hals hing und dessen
Schnur hinter die Kulisse zu einem Lautsprecher führte,
der wiederum - wegen des besonders gruseligen Schalleffekts-
in einer gekippten Zinn-Badewanne stand.
Unser "technischer Direktor" hatte die Aufgabe, am entsprechenden
Drehknopf immer dann "aufzudrehen", wenn der Tod auf der
Bühne seine Stimme erhob.
Danach musste er rasch zurückdrehen, damit der unmittelbar
neben dem Tod agierende Darsteller des "Toren" bei seinen
Worten nicht auch etwa so hohl klang.
Die Geschicklichkeit und Reaktionsschnelligkeit unseres
Tontechnikers klappte wundervoll - bis auf das eine Mal!
Jeder im Saal muss bemerkt haben, wie kläglich einmal der
furchterregenden Gestalt des Todes die Stimme versagte.
2.) Im Licht - zur falschen Zeit
Wir führten das Peter Ustinov-Stück "Halb auf dem Baum" auf.
Schon frühzeitig hatte ich als Spielleiter darüber nachgedacht,
wie ich eine "Bett-Szene" für unser damals recht konservatives
Publikum besonders "einfühlsam" einstudieren sollte.
Die Anweisungen des Autors waren folgende:
Nacht.Die Bühne ist dunkel.Plötzlich ein unbestimmbares Geräusch,
ein Gekicher, gelegentlich Töne einer sich steigernden
Leidenschaft. Dann Licht unter dem Türspalt. - Die Tür geht
auf. Lady Fitzbuttress steht in ihrem Nachtgewand als Silhouette
in der Tür. Sie hat in der einen Hand eine Taschenlampe,
in der anderen einen Degen.
Lady: Ist da jemand? (Pause) Ich weiß, da ist jemand, also kommen
Sie schon heraus. Ich warne Sie, ich bin bewaffnet.
(Nichts rührt sich) Oh, also gut. (Sie knipst das Licht an)
Robert (vom Fußboden her): Mach das Licht aus, Mutter! Wir
sind nackt.
(Lady schnappt nach Luft, dreht dann das Licht aus)
Lady: Was machst Du da. Robert?
Robert: So eine alberne Frage habe ich noch nie gehört, Mutter.
Lady: Ich finde das wirklich in höchstem Grade anstößig.
Robert: Das weiß ich.
Das Gespräch geht noch eine ganze Weile im Dunkeln weiter, bis
Robert sagt: Du kannst das Licht wieder anmachen, Mami,
wir haben uns verhüllt
Das wäre eine wirklich schöne Szene geworden-so einfühlsam,
wie wir sie geprobt hatten; das einzig Erotische daran war -außer
den Worten -dass man beim kurzen Aufflammen des Lichts sehen
konnte, wie aus der am Boden liegenden Decke der nackte
Oberkörper Roberts herausragte.- Wie gesagt: Ganz kurz.
Aber wir hatten die Rechnung im wahrsten Sinne des Wortes ohne
den Wirt gemacht!
Ausgerechnet, als diese Szene auf der dunklen Bühne und im dunklen
Saal lief, betrat der Wirt, der Hotelier, der Pächter unseres
Aufführungssaals denselben, glaubte, es habe sich ein elektrischer
Ausfall auf der Bühne begeben und.....schaltete das Saallicht
voll ein!-
Als Zuschauer ihm bedeuteten, dass er im Irrtum war und er
begriffen und wieder geschaltet hatte, war unsere so sensibel
und feinfühlig vorbereitete Szene im Eimer!!!
3.) Vergeblich angereist
Wir hatten -mit einem abendfüllenden Stück- wieder einmal
ein Gastspiel in der Nachbarstadt Plettenberg geplant.
Alles war gut vorbereitet ,und wir machten uns rechtzeitig
auf den Weg: mit allen Darstellern und Kulissen/Reqisiten,
die auf einem LKW verladen waren ( den uns der Ehemann
einer unserer Darstellerinnen kostenlos zur Verfügung gestellt
hatte).
Das übliche Kribbeln vor einer neuen Aufführung hatte uns alle
erfasst.
Wir kamen vor dem Gemeindezentrum an.
Saal und Bühne, vor allem aber die Zuschauer erwarteten uns -
so dachten wir.
Gar nichts und niemand nahm uns in Empfang!
Die Türen waren verschlossen, und es war überhaupt niemand
zu sehen.
Als wir im daneben liegenden Pfarrhaus klingelten, öffnete der
Pastor, der uns verpflichtet hatte und war ganz schnell ganz
fassungslos.
An diesem Tag hatte er keine Aufführung organisiert!
Er hatte ganz einfach den Termin verschwitzt bzw. einen anderen
im Kopf gehabt!
Seine Zerknirschung und Entschuldigung halfen uns natürlich
wenig.-Wir mussten unverrichteter Dinge wieder abrücken.
Statt der einkalkulierten Eintrittsgelder (oder eines ausgehan-
delten Honorars) nahmen wir das Geschenk an:
Einen Karton mit recht edlem Wein aus Herrn Pastors Keller.
4.) Ein nervenstarker 17jähriger
Wir führten das umwerfend komische Ritter-Schauerdrama
von Karl Valentin auf : "Ritter Unkenstein".
Es ergab sich, dass der "von Unkenstein" glaubte, seine einzige
Tochter Kunigunde müsse (auf seine eigene Anordnung hin) hingerichtet
werden, weil sie ein uneheliches Knäblein zur Welt gebracht
hatte. -Das Hauptvergehen lag darin, dass der Vater des uner-
wünschten Enkels ausgerechnet der Todfeind Unkensteins war,
nämlich der "Rodenstein"!
Bei der anberaumten Hinrichtung durch das Schwert weigerte
sich der Scharfrichter, die beliebte Ritterstochter zu töten und
wurde darum mit Schimpf und Schande von der Burg gejagt.
Leider hatte er auch noch das Richtschwert mitgenommen, so
dass die Delinquentin im Büßergewand nunmehr durch den
Recken Heinrich erwürgt werden sollte.
Ein junger Trommler in prächtigem Kostüm hatte den Trommel-
wirbel zu schlagen und das Todesurteil zu verlesen.
In seinen Gürtel hatte er das auf Pergament geschrie-
bene Urteil gesteckt, damit es beim Trommeln nicht störe.
Das in mittelalterlich verklausulierter Sprache verfasste Urteil
verlas also dieser junge Darsteller gekonnt- bisher allerdings nur
bei den Proben des Stückes.
Bei der Aufführung aber passierte ihm folgendes:
Um die Pergamentrolle nicht zu knicken, hatte er sie -bis zu
seinem Auftritt - in den Kulissen auf den Tisch gelegt.
Sein Auftritt stand an , und er trat auf.
Erst auf der Bühne , vor dem Publikum bemerkte der 17jährige
Darsteller, dass das Urteil noch in den Kulissen lag!
Was nun geschah, war eine Meisterleistung:
Der junge Trommler entrollte pantomimisch das nicht vorhandene
Urteil und "las" es fehlerlos (auswendig) vor.
Das Publikum erkannte diese nervenstarke Leistung und dankte
ihm mit verdientem Szenenapplaus.
Bei diesem jungen Laiendarsteller handelte es sich um meinen
Sohn Philipp.
Kunigunde übrigens blieb auch am Leben, weil Recke Heinrich
bei der "Hinrichtung" einen Gummistrick verwendet hatte.
5.) Daniel Defoe`s Mutter
1962 spielten wir das Stück "Robinson soll nicht sterben" von
Forster.-Es waren 19 Darsteller auf der Bühne - davon viele Kinder
und Jugendliche. (an anderer Stelle kann man das Programm
und die erstaunlichen Eintrittspreise von damals ansehen).
Der Darsteller des greisen Daniel Defoe war gerade einmal 22
Jahre alt geworden und wurde für seine Rolle entsprechend
"massiv" geschminkt.
Das hohe Alter stellte er in Haltung, Gang ,Mimik und Stimme
sehr gekonnt dar- da waren sich die Zuschauer einig.
Seinen größten schauspielerischen Erfolg in der Rolle des alten,
kranken Defoe hatte unser Mime aber ganz woanders:
Wir hatten nachmittags und abends eine Aufführung am gleichen
Tag. -Also ging Günter zwischendurch nach Hause, natürlich,
ohne sich abzuschminken; er wollte ja in der Abendvorstellung
noch einmal so gut aussehen (und ich als sein Maskenbildner
wollte die aufwändige Arbeit nicht zweimal machen)
Zu Hause klingelte er an der Haustür.-Seine Mutter öffnete und
fragte den ihr Unbekannten. "Ja, bitte, was wünschen Sie?"
6.) Wer ist dran??
An einem Tisch auf der Bühne sitzen während der Aufführung
drei (männliche) Darsteller im Gespräch.
Auf einmal herrscht Schweigen.-Es entspinnt sich in leisem
gegenseitigen Geraune ungefähr folgender (für die Zuschauer
nicht zu verstehender) Dialog:
Du bist dran! -Nein, ich bin nicht dran!- Doch!- Nein!-Ich jedenfalls
nicht!- Mach endlich weiter! - - -
Das verzweifelte Zuflüstern des richtigen Textes durch mich-
Regisseur und Souffleur-wurde einfach nicht aufgegriffen!
Damit es überhaupt weiterging, schickte ich eine Darstellerin
auf die "Bretter", die erst einige Textpassagen später hätte
auftreten müssen.- Als sie mit ihrem Stichwort kam, lief es
normal weiter.
Nach der Aufführung wollte es keiner gewesen sein, und
das Publikum hatte angeblich wieder einmal "nichts gemerkt"!
7.) Auch heutzutage passiert noch `was!
Auch bei unserer letzten Aufführung (Oktober 2010) ereignete sich eine
Kleinigkeit: Ein Debütant "strich" während der Aufführung eine halbe
Seite seines Dialogs; Soufflieren war nicht mehr möglich.
Zum Glück bemerkten hinter den Kulissen die beiden Darsteller, die auf das
(nicht gesprochene) Stichwort auftreten wollten , noch so eben, dass sie
schon früher auftreten mussten.
So entstand nur eine winzige Lücke im Spiel,die -außer den Beteiligten-
keiner bemerkte - nicht einmal der Verursacher der kleinen Panne!!
1. Aufführung des "Biedermann" (und "Ein unglücklicher Zufall")1976 in Balve

Karl Junker schrieb einige unserer Kritiken und verfasste (nach einer Aufführung)
das unten stehende Gedicht.


 
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